Die Lebenslust – also die Lust am eigenen Leben – empfindet jeder subjektiv; da gibt es keine Standardantwort. Wie definiert Ihr diese überquellende Lebensfreude?

Portrait Christiane Laakmann von Andreas von Tempelhoff

Christiane Laakmann

Christiane: Für mich hat Lebenslust etwas mit so einem generellen und tiefen JA zum Leben zu tun. Mit einem JA zu dem was ist. Wenn ich erkennen kann, dass wirklich alles, wirklich jede Erfahrung meiner seelischen Weiterentwicklung dient, kann ich das Leben auf eine ganz neue Weise in seinen unterschiedlichsten Erscheinungsformen willkommen heißen.
Und das ist wirklich nicht immer einfach; denn Trennung, Krankheits- und Todesfälle oder auch einen Jobverlust in diesem Kontext zu betrachten, ist schon sehr anspruchsvoll. Ich kann das nur für mich sagen: Seitdem es mir gelingt, das Leben als permanenten Prozess meiner Bewußtwerdung zu betrachten – für das ich 100% Verantwortung trage – begleitet mich diese tiefe Lust am Leben. Und das alles war ein Entwicklungsprozess und es gab nicht den Tag x, ab dem es sich so angefühlt hat.

Foto: Ulla Frens privat

Ulla Frens

Ulla: Für mich ist Lebenslust die Freude am Leben selbst: Mit Herz und Seele präsent zu sein, im Hier und Jetzt, mich zu geben, ganz Ich sein – in meiner Familie, bei meiner Arbeit, in der Natur, beim Kochen, Lesen, Entspannen …. Das ist ganz vielschichtig und doch einfach: Ich bin ich und ich bin da für … das Leben.

Was ist Lust eigentlich? Lust ist ein Bedürfnis oder auch ein Verlangen, etwas Bestimmtes zu tun oder auch zu haben. Wenn wir auf etwas Lust verspüren, sorgen wir in der Regel (hahaha) dafür, dass unser Bedürfnis erfüllt wird.

Was ist Leben? Was bedeutet: „Ich lebe“? Ich zitiere Oscar Wilde: „Leben ist das Allerseltenste in der Welt – die meisten Menschen existieren nur.“ Das sagt aus meiner Sicht alles und jeder kann die Gedanken über die Frage „Was bedeutet, ich lebe?“ laufen lassen.

Lebenslust ist etwas ganz Individuelles!!!

Alle Menschen streben nach mehr Glück und Sinn im Leben; meistens sind das nur flüchtige Augenblicke. – Gibt es einen Lebenslust-Muskel, den man täglich trainieren kann?

Christiane: Ja, mein JA zu allem was ist und meine Bereitschaft dafür 100% die Verantwortung zu übernehmen. Und ich durfte diesen Muskel hart trainieren und darf es immer noch. Oft sagt mir mein Bewußtsein im ersten Moment ganz klar, nein, das habe ich so nicht gewollt. Dann braucht es sehr viel Ehrlichkeit und Selbstvergebung, dass ich mir eingestehen kann, dass ich manch destruktives Ergebnis aus einer uralten Sucht zu leiden, wohl doch genauso gewollt habe. Wenn wir an diesen Stellen wirklich radikal ehrlich zu uns sind, können wir oft die Gnade des Himmels spüren und unserer Leben bessert sich zum Guten und die Probleme lösen sich auf. Wir schaffen Raum für WUNDER:

Ulla: Oh, ja unser Ego und unser Unterbewusstsein möchte nicht immer HINSCHAUEN, oft möchten die beiden und damit man selbst einfach nur Recht haben, wütend oder traurig sein dürfen und sich nicht hinterfragen….
Jeder darf sich fragen: Was für Bedürfnisse habe ich? Was erfüllt mich? Was bringt mir Freude? – Also was verschafft mir Lust am Leben? Bei diesem Prozess ist es auch erforderlich hinzuschauen, was mich blockiert, was mich von der Erfüllung abhält.

Dabei ist es aus meiner Sicht wichtig anzuerkennen, was ist. Denn alles was uns begegnet, passiert, zustößt, gehört zu unserem Leben, hat den Sinn uns weiterzubringen. Es ist manchmal nicht so wirklich einfach, das zu akzeptieren und zu verinnerlichen. Aber wenn uns das gelingt, nehmen wir unser Leben an, gehen in die Eigenverantwortung und kommen im eigenen LEBEN an. Wir sind der Gestalter unseres Lebens, können unsere Bedürfnisse erkennen und sie (uns selbst) erfüllen – also die Lust am Leben leben!! Und das JEDEN TAG!!!

Muss ich erst Achtsamkeits- oder Meditationsguru werden oder jeden Tag eine Bestellung beim Universum aufgeben, um die Lebenslust zu steigern? Oder gibt es auch ganz praktische Übungen?

Christiane: Achtsamkeit ist prima, Meditation ist auch wunderbar. Für die Bestellung beim Universum bin ich keine Expertin. Meine praktische Übung größte Präsenz in jedem Moment, um vom Jetzt zum Jetzt zum Jetzt zu gehen. Im JETZT gibt es kein Drama. Vielleicht gibt es im JETZT auch keine Lebenslust – vielleicht gibt es da nur noch einfaches SEIN. Und es schadet sicher nicht, wenn man in diesen Zustand mit viel Lebenslust erreicht. 😉

Ulla: Entspannung, Ruhe, Achtsamkeit und Ausgeglichenheit sind immer gut!! 😉
Denn wenn wir in unserer Mitte ruhen, können wir aus unserem Inneren heraus handeln, sind stark und klar, da geht vieles leicht von der Hand – das alleine beflügelt schon und bereitet Freude und macht Lust auf MEHR – aufs Leben.
Wir dürfen jeden Tag, jede Stunde, jede Minute achtsam sein, uns fragen, ob ich mit Herz und Seele bei der Sache bin, ob ich mit meinen Gedanken im Hier und Jetzt präsent bin.

Ich versuche mich immer wieder zu beobachten, wie ich durchs Leben gehe, was ich von meiner Umwelt wahrnehme, von den Gesprächen um mich herum und von meiner Familie. Wo sind meine Gedanken gerade unterwegs?
Manche Menschen kleben sich einen Zettel mit dem Wort „Präsenz“ auf den Esstisch, um beim Essen nicht nebenbei alle möglichen Dinge zu erledigen. Bei anderen leuchtet ein- oder mehrmals am Tag die nette Erinnerung „Achtsamkeit“ auf dem Handy auf.
Andere gehen ganz bewusst die Treppenstufen rauf und runter und zählen sie dabei. Es gibt da so viele kleine Hilfen. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

„Das Leben ist kein Pony-Hof“, sagt man oft. Wie machen wir uns selbst Lust auf das eigene Leben, wenn wir im Moment unglücklich oder unzufrieden sind?

Christiane: Ich persönlich glaube, dass ich ohne an einen Himmel zu glauben, nicht wirklich Lebenslust entwickeln kann. Wenn ich nicht glauben würde, dass die vielen dramatischen Dinge hier auf diesem Planeten nur dadurch geschehen, dass wir uns von GOTT getrennt haben, wäre ich ziemlich hoffnungslos. Da ich an den Himmel glaube, versuche ich all die Stellen zu idenfizieren, wo ich noch in Trennung bin. Und das empfehle ich jeden Menschen, der sich für eine bessere Welt engagieren mag.
Sobald ich an den besagten Stellen die Trennung aufgelöst habe, verändert sich für mich die Art wie ich die Welt sehe. Wenn ich also unglücklich und unzufrieden bin, arbeite ich an meiner falschen Geisteshaltung und daran, dass ich mich gerade evenutell emotional gehen lasse oder in Emotionen schwelge.
Und ganz ehrlich, das alles gelingt mir auch nicht immer und es ist gut zu wissen, das es immer einen Weg gibt. Dieses Wissen lässt mich sehr schnell wieder Lust auf das Leben, Lust auf Erkenntnis haben.

Ulla: Ich muss etwas schmunzeln über die Formulierung „Wie machen wir uns…?“ Wir meinen in den meisten Fällen, was MACHEN zu müssen. Irgendetwas muss ich doch tun gegen oder für…?
In den meisten Fällen hilft erst einmal innehalten, abwarten und innere Einkehr halten – also Nichtstun.
Zudem ist Eigenverantwortung gefragt: Wie gehe ich mit den unangenehmen Gefühlen um. Wie viel Bedeutung gebe ich ihnen?

Weiter oben ging es schon darum, dass es wichtig ist, anzuerkennen was ist, kein Hineinsteigern, aber auch kein Verdrängen. Ganz konkret dürfen wir unsere Gefühle, auch die nicht so schönen, wie unglücklich und unzufrieden sein, annehmen und uns durchfühlen, um sie loslassen zu können. Dann kehrt die Lebenslust wieder zurück

„Wenn, dann …“ „Wenn ich schlanker, schöner, den Traumpartner gefunden habe, in Rente bin, dann wird alles besser“, ist eine weit verbreitete Lebenseinstellung. Inwieweit sabotiert diese Einstellung ein zufriedenes Leben?

Christiane: Für manche Menschen ist es elementar wichtig, Ziele zu haben und sich Ziele zu setzen. Die Erreichung dieser Ziele kann sicher Erfüllung und Befriedigung hervorrufen. Allerdings ist es oft der Weg, der erfüllt und befriedigt und wenn das Ziel dann erreicht ist, steht es auch nicht mehr im Fokus. Wenn ich aber nicht in der Lage bin, zufrieden, glücklich und erfüllt zu sein – ohne bestimmte Bedingungen und Erwartungen an das Leben -werde ich wahrscheinlich immer wieder enttäuscht.
Denn nicht jedes Ziel werden wir erreichen, weil das Leben vielleicht eine bessere Idee für uns hat.;-)
Ich halte es für sehr sinnvoll fokussiert zu sein im Leben und gleichzeitig so offen, dass ich auch alles wieder loslassen kann. Wenn ich akzeptieren kann, dass es hier in diesem Leben nicht um meinen Willen geht, sondern, um den Willen des Himmels, wird es mir auf jeden Fall wesentlich leichter fallen, erfüllt und glücklich zu sein mit allem was ist. Zu glauben das tiefe Glück stellt sich ein, wenn man denn endlich abgenommen hat, ist ein Trugschluss. Und trotdem ist es eine sehr vernünftige Idee abzunehmen, wenn man sich zu dick fühlt. 😉

Ulla: Es ist wichtig eine Vision, ein Ziel zu haben. Und ja, es ist wunderbar, wenn man seinen Traumpartner gefunden hat und auch wenn man sich in seinem Körper sehr wohl fühlt, nachdem man „die 2 kg zu viel“ abgenommen hat. 😉
Wichtig ist jedoch, dass wir im Hier und Jetzt leben, dass wir den Augenblick genießen, dass wir den kleinen Dingen im Alltag mit Hingabe und Freude begegnen. Beim „wenn, dann…“ sind wir mit unseren Gedanken und Wünschen in der Zukunft und knüpfen unser Glück und unsere Lebenslust an Bedingungen oder bestimmte Erwartungen. In der Regel führt das dazu, dass wir immer etwas finden, was nicht perfekt oder optimal ist. Unsere Bedürfnisse werden also nicht erfüllt, weil unser Ego nach einer Schwachstelle sucht. Man könnte sagen, dass uns ein „wenn, dann…“ vom Glück und der Lebenslust fern hält

Sind es die alltäglichen Kleinigkeiten wie ein Lächeln, ein schönes Kompliment, ein gutes Gespräch zum Beispiel oder eher die großen Erfolge wie mein Auto, mein Haus, mein Job, die glücklich machen?

Christiane: Ich glaube wirkliches Glück hat irgendwann gar nichts mehr mit dem Außen zu tun.
Echtes Glück, echte Freude, echte Lebenslust finde ich wohl nur in mir – tief in mir in meinem SEIN. Und wenn ich das dann ausstrahle, strahlt es sozusagen so auf meine Außenwelt, dass ich diese anders und neu wahrnehmen kann.

Ulla: Tja, dazu ist schon alles gesagt worden: Die Achtsamkeit im Alltag – sich dem Leben voll und ganz widmen – mit dem Herzen dabei sein – jede Minute des Lebens genießen. Dazu gehören die kleinen und die großen Erfolge! Das alles macht die Lebenslust aus.

Gibt es eine mögliche Formel für mehr Lebenslust? Wie könnte die aussehen?

Christiane: Also meine Formel für Lebenslust ist: Ein echtes Ja zum einfach SEIN.

Ulla
: Mein Slogan lautet „Immer WIEDER – immer WENIGER – immer MEHR“ – und vom MEHR ganz VIEL!! – der gilt auch für die Lebenslust ☺

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Du brauchst mehr Infos zum Lebenslust-Kurs: Lebenslust_2016

Und wer sind eigentlich Christiane und Ulla?

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