Klar, kernig, kraftvoll und auf den Punkt so würde ich meine neunte Interviewpartnerin Barbara Biella beschreiben. Und das alles ist gepaart mit viel Humor, Liebe für die Menschen und der intuitiven Gabe die Gnade des Himmels in ihrer wunderbaren Aufstellungsarbeit wirken zu lassen.

 

Was bedeutet für dich Echtheit im Beruf oder im Leben?
Woran machst du Echtheit fest?

Im besten Falle stehe ich in jedem Moment zu mir und meinen Werten. Echtheit bedeutet für mich. ehrlich und authentisch im Innen und Außen zu sein. Wenn es sich „nicht richtig“ anfühlt, spüre ich nach (ziehe mich eventuell kurz zurück), checke, was es tatsächlich ist, das mich stört und wie ich reagieren will.

Was bereitet dir dabei Freude?

So sein zu können, wie ich bin. Ohne das Gefühl zu haben, mich verstellen zu müssen, macht mir große Freude! Ich bin direkt und spontan, was Menschen oft herausfordert, was wiederum auch mir viel Freude bereitet. Inzwischen habe ich den Mut direkt nachzufragen, wenn ich etwas wissen will oder meine Gefühle zu kommunizieren, auch wenn sie unangenehm sind.

Welche Vision verfolgst du bei diesem Projekt? Was möchtest du in die Welt bringen?
Wie machst du deine Vision sichtbar?

Meine Vision ist es: Stille – Liebe – Einheit in die Welt zu bringen.

Ich unterstütze andere dabei, unbewußte Gegebenheiten sichbar und dadurch verstehbar zu machen. Daraus ergibt sich für Klienten der nächste Schritt in eine neue Richtung.
Ich mache meine Vision sichtbar, indem ich mich zeige mit dem, was ich tue und liebe. Ich spreche, schreibe darüber und bin mit meinen Projekten öffentlich präsent (Kulturgarten, Gut Aufgestellt).
Ich gehe dahin, wo viele Menschen sind.

Ab Ende Oktober 2015 biete ich eine Jahresausbildung zum Integralen Aufstellungscoach „Gut Aufgestellt“ an.  Es werden unterschiedliche Aufstellungsarten in Theorie und Praxis gelehrt. Meine Vision dazu ist mit 14 Menschen auf eine Reise zu gehen. Jede/r wird sich selbst auf eine neue tiefere Art kennenlernen und im Laufe des Jahres einen eigenen Aufstellungsstil entwickeln, um damit im privaten und beruflichen Umfeld Menschen unterstützen zu können. Aufstellungen eignen sich überall dort, wo unbewusste Wirkfaktoren gewünschte Ergebnisse verhindern.
Mein Ziel ist es die Aufstellungsarbeit „auf die Straße“ zu bringen.

Was tust du jeden Tag ganz konkret für deine Vision? Hast du dabei bestimmte Handlungen oder Rituale, die dich durch den Tag begleiten?

Ich visualisiere meine Ziele und Visionen mehrmals am Tag. Meditiere jeden Morgen. Mache Körperübungen für mein Ziel. Ernähre mich bewußt.
Und arbeite mit drei To-do-Listen:
eine für langfristige Projekte (bis in einem Jahr), eine für mittelfristige Projekte (Monate) und eine für heute.
Ich ruhe mich aus, wenn ich müde bin.

Wie meisterst du Herausforderungen, Hürden oder Schwierigkeiten auf deinem Echtheits-Weg? Wie feierst du deine Erfolge?

In Problemsituationen bitte ich Menschen um Unterstützung, die in den entsprechenden Bereichen spezialisiert sind oder bitte Freunde darum, mir eine gute Frage zu stellen. Wenn es notwendig ist, bin ich bereit neue Wege zu gehen, um Lösungen zu finden.

Meine Erfolge feiere ich, indem ich gute Freunde und meine Unterstützer zu einem Glas Crémant einlade. Ich freue mich über jeden Erfolg wie ein kleines Kind.

Gab es einen Punkt in deinem Leben,  an dem du wirklich alles hinschmeißen oder aufgeben wolltest? Warum hast du trotzdem weitergemacht?

Einen Punkt? Diesen Punkt gibt es ziemlich oft, nämlich immer, wenn ich zuviel tue, mich völlig überfordere, anstatt einfach ZU SEIN. Dann bleibe ich  auch schon Mal im Bett liegen und bemitleide mich, aber liegen bleiben ist keine Alternative. Nach spätestens drei Tagen erscheine ich wieder auf der Übungsmatte des Lebens mit neuer Energie und neuen Ideen.

Wie gehst du mit deinen Ressourcen um? Wie und wo tankst du auf?
Was sind deine Energiequellen?

Das Leben zu genießen ist mir sehr wichtig. Ich liebe gutes Essen und guten Wein, gehe gern aus, habe viele Freunde, verbringe gern Tage in einer schönen Sauna und reise leidenschaftlich gern. Gute Literatur, ein Lagerfeuer, ein Nachmittag im Liegestuhl – wunderbar! Und jeden Abend vor dem Einschlafen mache ich ein Dankesritual.

Braucht man deiner Meinung nach bestimmte persönliche Eigenschaften, um Echtheit zu leben? Kann die jeder lernen?

Echt zu sein bedeutet für mich ehrlich zu sein. Am Anfang kann das Mut erfordern und die Bereitschaft für sich selbst und die eigenen Werte zu gehen.

Wie hat sich deine Lebensqualität verändert, seitdem du „Ja“ zu deiner Echtheit gesagt hast? Welche Veränderungen hast du bei dir und/oder bei anderen festgestellt?

Das Leben hat sich sehr vereinfacht. Mein Selbstbewusstsein und meine Selbstliebe sind gewachsen.
Ich habe fast nur noch mit Menschen zu tun, die selber authentisch ihren Weg gehen mit all den auftretenden Hindernissen und Vorteilen. Durch ehrliche Kommunikation sind viele Probleme sehr einfach aus der Welt zu schaffen.

Wie fühlst du dich gerade jetzt in diesem Moment?

Fröhlich, vorfreudig, lebendig und sehr dankbar!

Wenn dich nachts einer mitten im Schlaf wecken würde und fragt: “Was ist dein bester Tipp für mehr Echtheit?” – Was würdest du sofort antworten?

„Ganz ehrlich? Sieh zu, dass du zurück in dein Bett kommst!!!”

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