Du sollst Gott nicht langweilen 😉

Ich freue mich riesig über meinen ersten Gast beim echten Interview: Claudia Nickel.
Claudia Nickel, ist für mich eine Frau, die mit Tiefe, Freude und Liebe den Menschen in vielfältiger Weise dient. Außerdem kann man großartig mit ihr lachen und Spaß haben.
Sie befolgt einfach das 11. Gebot: „Du sollst Gott nicht langweilen“, sowohl als selbstständige Kommunikationsberaterin als auch als Geschäftsführerin und Kreative von Nickelsen Artwork.

 

Was bedeutet für dich Echtheit im Beruf oder im Leben?
Woran machst du Echtheit fest?

Je klarer, desto echter. Das gilt für mich für alle Bereiche des Lebens. Echtheit bedeutet für mich im ersten Schritt, mich möglichst gut selbst zu erforschen. Wer bin ich und wer nicht? Welche Talente und Stärken habe ich? Was macht mich wirklich aus? Wie kann ich das ausdrücken? Wie kann ich das in zielgerichtete Handlungen umsetzen und zum Wachstum des Ganzen beitragen?

Je bewusster ich mir der Antworten auf diese Fragen bin, desto stärker bin ich selbst und kann unterstützend für Menschen und Systeme sein, in denen Menschen zusammenkommen.
Ich betrachte jeden Menschen als ein eigenständiges System. Genau wie auch aus einem Zusammenschluss von Menschen, beispielsweise ein Unternehmen oder eine Partnerschaft, ein größeres System entsteht. Jeder Teil, der gestärkt wird, trägt zu Stärkung des Systems bei. Ein starkes Ich ist die Grundlage für ein starkes Wir.

Welches Echtheits- oder Herzensprojekt verfolgst du zurzeit?
Was bereitet dir dabei Freude?

Freude ist für mich der Indikator, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Die schönsten Momente sind für mich, wenn im Laufe der Zusammenarbeit ein Aha-Effekt sichtbar wird. Durch eine Erkenntnis oder dadurch, dass es gelungen ist, mit Worten oder Bildern, das zu erfassen, was den anderen sich darin selbst erkennen lässt.
Das kann ein Blick sein, ein ausgesprochenes Wort, das eine Brücke baut. Das kann eine Handlung sein, die etwas verändert. Alle Momente, in denen es zu einer echten Verbindung kommt, machen mich glücklich. Daraus wächst wieder etwas Neues, Größeres.

Welche Vision verfolgst du bei diesem Projekt?
Was möchtest du in die Welt bringen? Wie machst du deine Vision sichtbar?

Meine Leidenschaft ist die wirkungsvolle Kommunikation. Ich liebe es, Impulse zu geben und über Worte Botschaften zu vermitteln, die neue Handlungen initiieren. Wodurch dann wiederum andere inspiriert werden, darauf zu antworten. – Eine neue Richtung einzuschlagen, eine Kaufentscheidung zu treffen, etwas weiterzuverfolgen etc.

Mein ganzes Leben ist eine Aufforderung an mich, klar zu kommunizieren. Ich widme mein Leben der Verständigung zwischen Menschen, die dazu führt, dass wir uns gegenseitig stärken und voneinander profitieren. Dabei gewinnt jeder.

Auf beruflicher Ebene lebe ich das in zwei Schwerpunkt-Bereichen aus:

Seit 20 Jahren beschäftige ich mich mit Kommunikation in Unternehmen. Bei Nickel Communications begleite ich heute Menschen in Unternehmen darin, Klarheit in der Kommunikation zu schaffen und die Botschaften deutlich zu vermitteln.
Auf der internen Ebene bedeutet dies, das Leitbild und die Ziele so klar darzulegen, dass die Mitarbeiter ein größtmögliches Verständnis dafür bekommen und das Ganze mit ihrer Kraft unterstützen, im Umkehrschluss das Gleiche: Was braucht der Mitarbeiter dafür, dass er seine volle Kraft entfalten kann?

Auf der externen Ebene heißt das, das Profil und die Angebote des Unternehmens deutlich zu kommunizieren und kreative Wege dafür zu entwerfen, das sichtbar und hörbar werden zu lassen, so dass die Kunden und Geschäftspartner den Nutzen darin sehen, die Idee unterstützen und an ihr partizipieren wollen. Daneben begleite ich Führungskräfte dabei, ihre persönlichen Qualitäten zu erkennen, Ziele punktgenau zu formulieren und kreative Strategien zu entwickeln, dies in voller Stärke zum Ausdruck zu bringen.

Bei Nickelsen Artwork lebe ich eine zweite Seite aus, die mir genau so viel Freude bereitet. Gemeinsam mit der Grafik-Designerin Nicole Elsenbach erschaffen wir aus Worten kreative Motive in Form von Postern, Karten und auf weiteren Medien, mit denen wir Menschen inspirieren, bereichern und ermutigen möchten. All unsere Lieblingsstücke vertreiben wir über einen Online-Shop.

Was tust du jeden Tag ganz konkret für deine Vision? Hast du dabei bestimmte
Handlungen oder Rituale, die dich durch den Tag begleiten?

Morgens, beim ersten Kaffee, stelle ich mir vor, was ich abends erreicht haben möchte, wie mein Tag aussehen soll und lege konkrete Handlungen fest. Für Nickelsen Artwork haben wir täglich einen festen Termin eingerichtet, bei dem wir uns austauschen und die nächsten Schritte besprechen.

Abends resümiere ich, freue mich über das, was gut gelaufen ist und mache mir Gedanken über die Dinge, die noch zu verbessern sind.

Ein wichtiges Ritual ist für mich, meine Dankbarkeit auszudrücken für alles, was ich an diesem Tag alles lernen und erleben durfte. Außerdem erkenne ich bewusst an, was ich dazu beigetragen habe, meinen Sinn in die Welt zu bringen.

Wie meisterst du Herausforderungen, Hürden oder Schwierigkeiten auf deinem
Echtheits-Weg? Wie feierst du deine Erfolge?

Es gibt ein Zitat, das dem Talmud zugeschrieben wird, das es auf den Punkt bringt:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.

Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.

Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.

Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.

Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Wenn ich bei einer meiner Handlungen oder Gewohnheiten das Gefühl habe, dass es hakt oder ich mich immer wieder im Kreis drehe, mache ich auf die Erforschungsreise, gehe den Gedanken auf den Grund. Ich tausche mich mit Menschen aus, denen ich vertraue und die ich für kompetent halte, setze wieder neu an. Im Grunde der gleiche Prozess, für den ich von Menschen angefordert werde. Ein Blick von außen und das Aufzeigen neuer Wegen hilft mir, selbst wieder Klarheit in mir zu finden.

Eine andere Herausforderung ist für mich, das Feiern meiner Erfolge. Das hatte ich verlernt. Ich übe mich darin, die Dinge nicht für selbstverständlich zu nehmen und mich und andere anzuerkennen. Mir bewusst Zeit dafür zu nehmen und still innezuhalten.

Gab es einen Punkt in deinem Leben,  an dem du wirklich alles hinschmeißen oder
aufgeben wolltest? Warum hast du trotzdem weitergemacht?

Ja und nein. Mein größtes Ziel und mein größter Sinn ist es, mich so klar, authentisch und echt wie möglich auszudrücken und dadurch andere Menschen zu inspirieren, das Gleiche zu tun. Darin bin ich klar. Und wenn es Momente gibt, in denen ich keine Lösung mehr sehe, kommt mir natürlich dieser Gedanke – wenn ich den Kontakt zu meinem Ziel scheinbar verloren habe.

Es kann richtig sein, an gewissen Stellen abzubrechen und offen für einen neuen Weg zu sein, wenn es meinem Sinn dient. Und es gibt die Momente, in denen sich zeigt, dass es sich lohnt, genau an dieser Stelle weiterzugehen, gerade wenn es herausfordernd ist. Dahinter liegen neue Möglichkeiten und ein Geschenk, dass mich bereichert und ein Stück freier macht. Auch, wenn ich schwache Momente habe: aufzugeben steht für mich außer Frage. Ich liebe das Leben.

Wie gehst du mit deinen Ressourcen um? Wie und wo tankst du auf?
Was sind deine Energiequellen?

Alles, was mir echt gut tut – Körper, Geist und Seele: Ich liebe den intensiven Austausch mit meinem Partner und mit Freunden. Spaziergänge in der Natur mit meinem Hund. Ein gutes, genussvolles Essen. Alles, was dem Körper gut tut: Bewegung und Berührung. Ich lerne gerne Neues, das erfrischt meinen Geist. Ich meditiere und umgebe mich gerne mit schönen Dingen. Ich lache gerne, geniesse es, Menschen zusammenzubringen genau so, wie still für mich zu.

Braucht man deiner Meinung nach bestimmte persönliche Eigenschaften,
um Echtheit zu leben? Kann die jeder lernen?

Echtheit bedeutet für mich, zu sich ehrlich zu sein und dafür einzustehen. Wir sind „echt“ geboren und es liegt in unserer menschlichen Natur. Was im Laufe des Lebens geschehen ist, ist, dass wir das aus den Augen verloren haben. Die Entscheidung, uns dem Echten wieder dem zu nähern, kann jeder treffen.

Die wichtigste Eigenschaft auf dem Weg dahin ist für mich Mut. Die offene Bereitschaft, sich selbst zu erforschen, ehrlich zu sich zu sein und den Mut zu haben, die notwendigen Schritte zu gehen. Echtheit kann genau so gut auch bedeuten, zu wählen, alles so zu belassen, wie es ist – und dazu wirklich zu stehen. Echtheit bedeutet auch, in dem Prozess ehrlich mit sich zu sein: Welches Tempo ist für mich/unser Unternehmen das passende? Zu welchen Schritten bin ich bereit? Welche echte Bereitschaft habe ich, die Konsequenzen daraus zu tragen?

Wie hat sich deine Lebensqualität verändert, seitdem du „Ja“ zu deiner Echtheit
gesagt hast? Welche Veränderungen hast du bei dir und/oder bei anderen festgestellt?

Meine Lebensqualität hat sich extrem verbessert und tut es Tag für Tag. Ich fühle mich freier, entspannter, kraftvoller und glücklicher. Ich bemerke, dass ich, wenn ich ehrlich zu mir stehe und das ausdrücke, ganz neue Erfahrungen mache, die ich nie für möglich gehalten hätte. Manchmal erfordert das Mut, der auf so vielen Ebenen belohnt wird.

Wie fühlst du dich gerade jetzt in diesem Moment?

Ich habe gerade Freude daran, die Fragen zu beantworten. Allein, dass ich mich mit dem Thema wieder in all seinen Facettenbeschäftige, bringt mich meiner Echtheit ein Stück näher. Danke.

Wenn dich nachts einer mitten im Schlaf wecken würde und fragt:
“Was ist dein bester Tipp für mehr Echtheit?“ – Was würdest du sofort antworten?

Dein Kompass zur Echtheit ist deine Freude. Folge dem, was dir wirklich Spass macht und dich berührt!

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