Im Januar habe ich die Weiterbildung STEPS TO CONSCIOUS BUSINESS – ERFOLG UND ERFÜLLUNG BEI DER ARBEIT bei Nirvana und Paribhasha abgeschlossen.
Ich habe schon sehr viel Bewußtseinsarbeit gemacht; trotzdem hat mich dieser Kurs noch einmal auf eine komplett neue Weise inspiriert, in Führung an meinem Arbeitsplatz zu gehen und dadurch noch mehr Erfolg und Erfüllung zu erleben.
Besonders hat mir die Vermittlung der Inhalte durch Nirvana und Paribhasha gefallen – halt eine intelligente Mischung aus absoluter geistiger Klarheit, Ruhe, Gelassenheit, Herz, Hirn und Humor!

Heute freue ich mich mit beiden über das Thema Führung zu sprechen:
 

Früher war alles ganz einfach: Einer entschied da oben und das wurde von allen so umgesetzt. Im Zuge der Digitalisierung müssen Führungskräfte heute eher Coach oder Moderator sein. Wie gelingt ihnen diese Transformation?

Nirvana:

Dr. Nirvana Moser

Dr. Nirvana Moser

Die Umsetzung ist einfacher, wenn das Team mitentscheiden darf. Das erhöht die Kooperation, die Bereitwilligkeit, sich einzubringen. Außerdem kommt damit mehr Intelligenz ins Spiel, als wenn nur eine/r allein entscheidet. Es geht um das Prinzip der Ebenbürtigkeit, die jenseits von hierarchischen Strukturen existiert. Das hat im Modell der Psychology of Vision einen ganz hohen Stellenwert. Es bedeutet, jeden Einzelnen wertzuschätzen und als Spiegel unserer selbst zu sehen. Wir können nur gemeinsam gewinnen. Chuck Spezzano, der Begründer der Psychology of Vision, drückt das so aus: Ohne Gegenseitigkeit und Gleichwertigkeit gibt es keine Fülle, sondern nur den Konflikt, der sich aus der Konkurrenz ergibt.

Paribhasha:

Paribhasha Steitz

Paribhasha Steitz

Ich liebe es, in Teams zu arbeiten. Das bringt mit sich, dass meine Meinungen und Werte im Austausch immer wieder überprüft werden. Es gelingt mir immer mehr, diesem Prozess zu vertrauen und das innere Wissen zu haben, dass wir zu der Entscheidung und Richtung kommen werden, die erfolgreich ist und hinter der wir alle stehen können.
Meines Erachtens reicht es nicht aus, eine bewusste Führungskraft zu sein. Für das Unternehmen, das Team, braucht es Strukturen und eine Kultur, die ermöglicht, dass Mitarbeiter als ganzes Selbst präsent sein können. Zu moderieren und dabei offen für den Prozess zu sein, ist meine Ausrichtung.

Unser privates Glück hängt von guten Beziehungen, die auf Kooperation, Respekt und Vertrauen basieren, ab. Gilt das auch für den geschäftlichen Erfolg? Sind Unternehmer erfolgreicher, wenn sie mehr vertrauen und weniger kontrollieren?

Nirvana:
Natürlich. Wenn Menschen mehr Freude bei der Arbeit haben, weil sie Freiraum genießen, und sich mehr geschätzt fühlen, weil ihnen die Führungskräfte vertrauen, ist das Ergebnis viel besser. Viele schöne Beispiele dafür finden sich in Reinventing Organizations von Frederic Laloux.

Paribhasha:Langfristig sicherlich! Vertrauen schafft Verbindung und ermächtigt. Und das ist so motivierend für alle. Kontrolle stresst ungemein und lässt uns als Einzelkämpfer zurück. Ich denke, dass wir in einer Phase sind, in der wir Konkurrenz hinter uns lassen können und eine neue Form von Zusammenarbeit bzw. Zuarbeit zulassen. Damit nähren wir Produkte und Konzepte, die ganzheitlich für uns alle hilfreich sind – die anderen hungern dann nach und nach aus. Als ich vor Jahren als Alleinerziehende in meinem Angestelltenverhältnis manchmal morgens später zu Arbeit kam, hab ich ganz selbstverständlich diese Zeit drangehängt – wenn nicht an diesem Tag, dann an einem anderen. Je weniger ich diesbezüglich kontrolliert wurde, desto freier fühlte ich mich und habe dieses Vertrauen ebenso engagiert eingebracht.

Wer Menschen führen will, sollte ein echtes Interesse an seinen Mitarbeitern haben. Rechnet sich das in einer profitorientierten Unternehmenskultur oder ist das nur Zeitverschwendung?

Nirvana:
Es ist wichtig, seine Mitarbeiter zu kennen und zu verstehen, was und wie viel sie leisten können, und vor allem, wie sie „ticken“. Je stärker die zwischenmenschliche Verbindung ist, desto mehr sind Menschen bereit, sich einzusetzen und ihr Bestes zu geben.
Jeder einzelne im Team kann ungeachtet seiner formellen Position in Führung gehen, indem er oder sie einfach das einbringt, was fehlt. Alle Probleme und Herausforderungen sind eigentlich „Hilferufe“, und indem wir uns für sie öffnen und verfügbar machen, gehen wir in Führung. Unsere Begabungen und Talente sind die Antworten auf diese Probleme. Probleme fordern uns zum Wachsen heraus.

Paribhasha:
Interesse am Wohlergehen des Mitarbeiters und das dieser die Möglichkeiten hat, sich einzubringen und seine Rückmeldungen gehört werden ist für mich wichtig. Dass er z. B. seinen Hund mitbringen kann oder flexibel mit Arbeitszeiten umgehen, wenn das Kind erkrankt ist. Alles im stimmigen Rahmen natürlich. Integrität ist wichtig – für die Führung ebenso wie für den Mitarbeiter. Mitarbeiter und Führung haben doch beide ein Interesse daran, dass der “Laden” läuft und unter solchen Bedingungen hat auch Leichtigkeit und Freude Platz. Wie effektiv wir dann sein können!

Wie motiviert man langfristig Menschen, um als Unternehmen wettbewerbsfähig zu bleiben? Mit Gehalt, Statussymbolen oder mit Partizipation?

Nirvana:
Die Mitarbeiter müssen vor allem Sinn in ihrer Arbeit, in ihrem Beitrag finden. Viktor Frankl hat das sehr schön formuliert, er hat festgestellt, dass Menschen glücklich sind, wenn sie Sinn in ihrem Tun sehen. Wir streben also nach Sinn, und das macht uns automatisch glücklich. Natürlich müssen die Mitarbeiter Entscheidungen mittragen und mitreden können. Erst dann kommen Geld und Statussymbole …

Paribhasha:
Gehalt ist ein wichtiger Punkt, dieser kann ja auch in Form von Naturalien bzw. Fahrtkosten oder ähnlichem gezahlt werden. Transparenz in diesem Bereich hat auch etwas mit Respekt zu tun. Mitarbeiter können doch wissen, wer wieviel verdient? Jüngere, weniger erfahrene Mitarbeiter verdienen weniger und können sich so orientieren, wo es hingehen kann.
Partizipation erhöht die Identifikation mit der Arbeit und somit das Engagement. Und Statussymbole in Form von einem schönen Arbeitsplatz? Super!
Von Bedeutung ist auch, Mitarbeiter einzubinden, sie zu informieren. Was nutzt ein ermächtigter Mitarbeiter, für den man sich interessiert, wenn er im Dunkeln tappt und nicht weiß, worum es geht? Wenn der Mitarbeiter hinter dem Sinn steht – mehr Motivation gibt es wohl kaum.

„Wenn wir glauben, dass eine Organisation ihre eigene Richtung und ihren eigenen evolutionären Sinn hat, dann werden die Mitarbeiter ihre Entscheidungen an diesem Sinn ausrichten und mit dem Wind der Evolution im Rücken segeln“. (aus Reinventing Organizations von Frederic Laloux)

Wie sieht der Chef/die Chefin der Zukunft aus? Weiblich, demokratisch gewählt und als Moderatorin im Hintergrund?

Nirvana:
Das lässt sich doch generell gar nicht sagen. Es wird auch weiterhin eine große Vielfalt an Chefs und in der Art und Weise geben, wie ein Chef an seinen Posten kommt. Außerdem ist der eigene Führungsstil individuell: Manche sind besser im Rampenlicht auf der Bühne, andere besser im Hintergrund.

Paribhasha:
Berater im Hintergrund – männlich / weiblich, wie es passt.

Demokratie? Ich denke es macht Sinn, dass Menschen sich ihrer Fähigkeit entsprechend im Team einbringen. Natürlich braucht es hier auch Strukturen, die das Fundament bilden, damit das Team in Führung gehen kann.
Dazu Jos d Blok (Gründer von Buurtzorg): „Die Frage ist nicht, wie man bessere Regeln formuliert, sondern wie man Teams unterstützen kann, damit sie die beste Lösung finden. Wie kann man die Möglichkeiten der Teammitglieder stärken, so dass sie möglichst wenig richtunggebende Anweisungen von oben brauchen?“

Gibt es einen Unterschied zwischen weiblicher und männlicher Führung? Oder geht es in Zukunft darum, weibliche und männliche Führungsstile miteinander auf Augenhöhe zu vernetzen?

Nirvana:
Ein guter Chef/eine gute Chefin kann beides, oder kann zumindest mit beiden Stilen kommunizieren. Beide Energien haben ihren Platz und sind wichtig. Wenn das Büro brennt, kann man nicht erst jeden fragen, wie er sich fühlt, bevor evakuiert wird. Dann geht es darum, schnelle Entscheidungen zu treffen und klare Anordnung zu erteilen. Wenn eine neue Stelle besetzt werden soll, braucht es vielleicht eine längere Phase des Überlegens und Hineinfühlens und der Einbeziehung aller Beteiligten, wer denn nun am besten geeignet ist. Vielleicht wird diese Entscheidung letztendlich einfach aus dem Bauch getroffen.

Paribhasha:
Für mich geht es darum beide Stile in mir zu integrieren. Das heißt für mich in erster Linie, beide anzuwenden und zu erfahren, was wann seinen Platz hat. Es gibt Situationen, da brauch es Fokus und proaktive Energie – eher der männliche Ansatz. Und dann wiederum ist es immer wieder hilfreich einen ganzheitlichen Blick für das Geschehen zu haben und dem Bauchgefühl zu folgen – der eher klassische weibliche Ansatz. Wir haben alle beides, doch mitunter ein Urteil auf dem ein oder anderen. Spannend finde ich, diese beiden Stile zu erforschen und anzuwenden, was andere inspiriert dies auch zu tun.
Und darum geht es doch bei Führung, oder?

 

Nächster gemeinsamer Workshop von Dr. Nirvana Moser & Paribhasha Steitz:
Steps to Conscious Business – Erfolg und Erfüllung bei der Arbeit“ startet am 30. April 2016 in Frankfurt

Nirvana und Paribhasha sind im Unterstützungsteam beim Psychology of Vision-Seminar mit Jeff Allen im Oktober in Leipzig: „Du hast die Wahl – Altes Loslassen, Neues Finden

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